Frauen und Paare, die an
einem Mind-Body Programm
teilnehmen, sind gelassener
und haben nachweislich
bessere Bewältigungs-
fähigkeiten im Umgang mit
psychischen Belastungen.

Das Beratungsangebot von Mind-und-Body umfasst Informationsvermittlung (zur Optimierung der Voraussetzungen für eine natürliche Schwangerschaft und/oder über reproduktionsmedizinische Behandlungsalternativen), verhaltenstherapeutische Beratung zur Stressbewältigung (insbesondere vor und während einer reproduktionsmedizinischen Behandlung), psychologische Unterstützung in Krisenzeiten (auch Paarberatungen) und kombinierte Intensivprogramme (Mind-Body-Programme).

Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein sehr sensibles Thema, das viele Betroffene nach wie vor alleine mit sich selbst verhandeln. Zum einen ist gerade in Deutschland die Inanspruchnahme von psychologischen Beratungen oder gar Psychotherapie immer noch (und völlig zu Unrecht) mit dem Stigma persönlicher Schwäche behaftet, zum anderen ist der konkrete Nutzen einer Beratung in diesem Zusammenhang oftmals unklar. Die Entscheidung für eine reproduktionsmedizinische Behandlung suggeriert zwar Kontrolle über die Situation und schafft Hoffnung auf eine baldige Lösung. Dabei werden jedoch Gedanken an die möglichen Schwierigkeiten verdrängt, man will sich nicht unnötig belasten.

Während diese Form von Verdrängung in anderen Alltagssituationen durchaus sinnvoll sein kann, ist sie es im Zusammenhang mit oft langwierigen repromedizinischen Behandlungen nicht - wer sich für eine solche entscheidet, findet sich bald in einer Situation wieder, die von großen Hoffnungen aber auch ebenso großen Enttäuschungen gekennzeichnet ist. Dieses "Wechselbad der Gefühle" und die letztlich endlichen Ressourcen emotionaler, zeitlicher und finanzieller Art führen fast unweigerlich zu Stressreaktionen wie Ambivalenz gegenüber dem Kinderwunsch, Selbstwertproblemen, Gefühlen von Hilflosigkeit, Ohnmacht, oder Kränkung und Verlust- und Versagensängsten ("Kontrollverlust"), bis hin zu ernsthaften depressiven Verstimmungen. Die Beziehung zum Partner, zu Freunden und Familie wird u. U. durch Unverständnis, unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse belastet, aber auch durch "Sex nach Vorschrift". Neben der seelischen Belastung beeinträchtigt der erlebte Dauerstress auch das hormonelle Gleichgewicht. Vielen Betroffenen ist dieser Zusammenhang durchaus bewußt und sie suchen nach professioneller Unterstützung beim Durchbrechen diese Teufelskreises.

Eine psychologische Betreuung zielt darauf ab, Ihnen wieder Kontrolle über ihr Leben zu geben - im Sinne von Coping- bzw. Bewältigungsstrategien, die Ihnen Gelassenheit vermitteln und es Ihnen wieder erlauben, sich selbst, Ihre Partnerschaft und Ihren Alltag zu geniessen. Ein grosses Dilemma, das viele Betroffene erleben, ist das Gefühl, das eigene Leben während der Behandlungsphase "auf Eis" zu legen. Alle Anstrengungen fließen in den Kinderwunsch. Damit überfordern Sie sich in unverantwortlicher Weise, denn der Ausgang der Behandlung hängt von Faktoren ab, die Sie nicht willentlich beeinflussen können. Was Sie jedoch für sich selbst tun können ist, eine optimale Vorbereitung zu erreichen und die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und -fähigkeiten zu ergänzen.

Mögliche Themen einer psychologischen Beratung können sein:

  • Unterstützung bei der ggf. notwendigen Veränderung des Lebensstils und der Lebensziele
  • alternative Wege und sinnvolle Zeithorizonte für eine natürliche Schwangerschaft entwickeln
  • zusätzliche Informationen erhalten (z. B. über Erfolgschancen und mögliche Nebenwirkungen einer medizinischen Behandlung, über einen realistischen Zeitplan, aber auch über Behandlungsalternativen)
  • Entscheidungshilfen bzgl. weiterer Behandlungsschritte erhalten ("was" und "wie lange")
  • Wartezeiten im Rahmen der Behandlung besser und sinnvoller überbrücken
  • Misserfolge verarbeiten und einen "Plan B" entwickeln
  • die eigenen Belastungen im Behandlungsverlauf besser bewältigen können
  • mögliche Beziehungsprobleme während der Behandlung besprechen können
  • Kommunikation miteinander, mit Familie und Freunden und mit den Ärzten verbessern
  • mögliche Paarprobleme bearbeiten ("Sex auf Kommando", unterschiedliche Erwartungen)
  • Kontakte zu anderen Betroffenen knüpfen, Isolation vermeiden

Je nach Beratungsbedarf reichen Ihnen u. U. bereits zwei oder drei Einzelsitzungen zur Klärung Ihrer persönlichen Anliegen. Alle Fragen zu einer optimalen Lebensführung und zum Stressmanagement werden auch in den 10-wöchigen Mind-Body-Gruppenprogrammen behandelt. Bei weitergehenden Themen wie z. B. Partnerkonflikten empfiehlt sich eine Behandlungsdauer von ca. 10 bis 15 Stunden.

Iris Wieg, Dipl.-Soziologin,
Systemische Therapeutin (IGST)
zertifizierte Beraterin der Deutschen Gesellschaft für Kinderwunschberatung
(BKiD e. V.) www.bkid.de

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